Vanessa Jung veröffentlicht Debütalbum
Written by admin on 17/05/2026

Schon im Kinderwagen hat Vanessa Jung ihren Vater regelmäßig beim Besuch des örtlichen Vinyl-Antiquariat begleitet und saß beim Spielen im elterlichen Wohnzimmer vor Regalen voller Schallplatten. Früh entstand so eine Verbindung zur Musik, die sie bis heute prägt.
Nun veröffentlicht sie mit „Full Steel“ am 4. September 2026 ihr erstes eigenes Album, natürlich auch auf Vinyl und CD. Ein Instrumental-Rock-Album, in dem die Gitarre die Rolle einer erzählenden Stimme übernimmt und Einflüsse aus ihrem musikalischen Leben zu etwas Eigenem verbindet.
Gitarristinnen sind im Rock noch immer die Ausnahme – besonders im Instrumentalbereich. Vanessa Jung steht genau an dieser Schnittstelle: als erste Gitarristin im Hauptfach E-Gitarre an der Popakademie Baden-Württemberg und als Künstlerin, die ihr eigenes Projekt von der Idee bis zur Umsetzung verantwortet.
„Macht sie gut für eine Frau!“. schwingt leider häufig im Diskurs über Künstlerinnen zwischen den Zeilen mit. Genau dagegen möchte Vanessa Jung aber ankämpfen: es soll nicht mehr besonders sein, dass eine Frau auf der Bühne steht, stattdessen ist die Zeit reif für mehr selbstverständliche Sichtbarkeit von Frauen auf Bühnen und speziell in der Gitarren-Welt.
Erste Bühnenluft schnupperte Vanessa Jung mit 13 Jahren und spielte seither über 300 Auftritte mit verschiedensten Projekten. Neben ihrer Tätigkeit als Gitarristin arbeitet die 32-jährige als Gitarren- und Bandcoach und betreibt einen Gitarren-YouTube-Kanal mit über 5.000 Abonnent:innen. Nach 3 Singles, die im Jahr 2022 erschienen, legt sie mit „Full Steel“ nun erstmals ein zusammenhängendes Album vor, das ihre musikalische Handschrift bündelt und die Gitarre konsequent in den Mittelpunkt stellt.
Musikalisch bewegt sich das Album im Spannungsfeld zwischen klassischem Rock und moderner Instrumentalmusik. Einflüsse von Künstlern wie Slash, Gary Moore oder Metallica sind hörbar, werden jedoch nicht zitiert, sondern in eine eigene musikalische Sprache übersetzt. Die Songs verbinden prägnante Riffs mit eingängigen Melodien und reichen von ruhigen, melodischen Momenten bis hin zu härteren, energiegeladenen Passagen. Statt auf extreme Technik-Demonstration zu setzen, setzt „Full Steel“ eher auf songdienliche Virtuosität.Im Zentrum von „Full Steel“ steht der Anspruch, Instrumental Rock als eigenständige und zugängliche Ausdrucksform zu zeigen. Die Gitarre übernimmt dabei die Rolle einer Stimme und führt durch die Songs, ohne auf Gesang angewiesen zu sein. Statt Texten tragen Melodieführung, Phrasierung und Dynamik die emotionale Entwicklung der Stücke.
Die Entstehung des Albums war geprägt von dem Wunsch, die Musik so direkt und lebendig wie möglich einzufangen. Die Basic-Tracks – Schlagzeug, Bass und Rhythmusgitarre – wurden gemeinsam live im Studio eingespielt, um die Energie einer Bandsituation spürbar zu machen, anstatt, wie oft im Studio üblich, alle Instrumente einzeln einzuspielen. Nur die Lead-Gitarren-Spuren wurden getrennt als Overdubs eingespielt. Das Mixing erfolgte analog und unterstreicht den organischen Charakter der Produktion. Der Live-Recording-Ansatz des Albums ist auch ein Statement gegen den Branchen-Trend der letzten Jahre, immer perfekter und maschineller auf dem „Grid“ spielen zu wollen.
Im Studio wurden Schlagzeug und Bass von Marc-Kevin König und Joshua Hoffmann eingespielt, während David Lippert am Mischpult saß und auch die Live-Band als Rhythmus-Gitarrist ergänzt.
Auch inhaltlich ist Full Steel eng mit Vanessa Jungs eigener musikalischer Entwicklung verbunden. Die Songs greifen Einflüsse aus unterschiedlichen Phasen ihres Hörens und Spielens auf, wie Guns N’ Roses, Metallica, Led Zeppelin und Dream Theater, und verbinden sie zu einer eigenen musikalischen Sprache. So entsteht ein Album, das nicht nur verschiedene stilistische Facetten zeigt, sondern auch den Weg von der Inspiration zur eigenen künstlerischen Identität hörbar macht.
Im Rockkontext ist Vanessa Jungs Position nach wie vor ungewöhnlich: Instrumentalistinnen sind auf Bühnen weiterhin selten vertreten. Full Steel zeigt hier eine selbstverständliche Präsenz – nicht als Konzept, sondern als gelebte Realität.
„In jedem Song höre ich Spuren von Musik, die mich geprägt hat. Wie viele andere habe ich am Anfang Gitarre gespielt, um Riffs und Soli nachzuspielen, die ich mochte. Irgendwann kam der Wunsch, daraus meine eigene Musik zu formen. Full Steel ist für mich wie ein Fotoalbum – voller Erinnerungen und Einflüsse, die ich neu zusammengesetzt habe.“