Wem gehört der Korpus der Stratocaster?
Written by admin on 07/10/2026
Die Gitarrenwelt lebt von Tradition. Kaum ein Musikinstrument wurde so oft neu interpretiert und weiterentwickelt wie die legendäre Stratocaster.
Seit Jahrzehnten bauen Hersteller weltweit Klampfen, die sich an klassischen Formen orientieren. Mal näher, mal freier und oft günstiger für Millionen von Musikern. Aber genau dieses Ökosystem wird jetzt von Fender ins Visier genommen. Und die Frage drängt sich auf: Ist das noch Markenschutz oder bereits ein Angriff auf die Vielfalt der Gitarrenkultur?
Was derzeit aus Juristenkanzleien und Branchenkreisen durchsickert, sorgt für Unruhe. Fender scheint entschlossen, gegen Hersteller und Händler vorzugehen, deren Instrumente an die ikonische Strat-Form erinnern. Europa gerät zunehmend ins Visier von Fender. Händler könnten unter Druck geraten, Modelle aus dem Sortiment zu nehmen, Lagerbestände zu vernichten oder hohe Summen für juristische Auseinandersetzungen bereitzuhalten.
Gerade große Händler wie z. B. Thomann stehen symbolisch für etwas, das Fender offenbar aus dem Blick verloren haben könnte, denn die Gitarrenwelt besteht längst nicht nur aus einer Marke. Sie lebt von Auswahl, Wettbewerb und Innovation. Während Fender wirtschaftlich zweifellos ein Schwergewicht bleibt, hat sich der Markt gänzlich verändert.
Gitarristen greifen heute ebenso selbstverständlich zu Yamaha, Ibanez, Harley Benton, Suhr, PRS oder Boutique-Herstellern. Viele Musiker kaufen nicht mehr allein den Namen auf der Kopfplatte. Wichtiger ist der Klang, Preis-Leistung und Qualität.
Hier beginnt die eigentliche Kritik! Anstatt die Konkurrenz hauptsächlich mit frischen Einfällen, gewagten Entwürfen und kostengünstigen Neuerungen herauszufordern, entsteht der Eindruck, dass Fender zunehmend den juristischen Hebel nutzen möchte, um den Markt zu kontrollieren.
Dieser ganze Wirbel von Fender erweckt den Eindruck, wenn die Produkte allein nicht mehr reichen, werden Anwälte zum wichtigsten Innovationsmotor.