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Plattengebabbel über „The New OK“

Written by on 15/06/2026

Die Country-Combo verbindet Americana mit Amerikakritik und dieses ohne großes Aufsehen.

Dass die „Drive-By Truckers“ ihr dreizehntes Album rechtzeitig zum US-Wahlkampf digital vorab veröffentlichten, zeugte von Dringlichkeit.

„The New OK“, erschienen am 2. Oktober 2020 digital und am 18. Dezember 2020 physisch bei ATO Records, ist eine USA-Momentaufnahme und emotionales Stimmungsbarometer von Bandprimus, Sänger und Gitarrist Patterson Hood. Im Titelsong ruft er nicht nur gesanglich Neil Young hervor, sondern entwirft in dem Stück, welches die sommerlichen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Bundespolizei in Hoods Wahlheimat Portland thematisiert, auch sein „Ohio“ für Oregon.

Während das luftig geschruppte, vom Mord an George Floyd inspirierte „Watching The Orange Clouds“ ein weiteres brisant aktuelles Zeitdokument darstellt, sind „Tough To Let Go“ und „Sea Island Lonely“ mit ihren Memphis-Bläsern traditionelle Southern-Rock-Songs.

Der The-Clash-Vibe von „The Perilous Night“ schlägt da wieder die Punk-Brücke zum abschließenden Ramones-Cover „The KKK Took My Baby Away“.

Trotzdem kann das Album musikalisch nicht ganz mit seinen famosen Voralben „American Band“ (2016) und „The unraveling“ (2020) mithalten. Wie man immer so schön sagt, es fehlt einfach der Bums!

Seinen Wert als Abschluss einer nie intendierten Protest-Platten-Trilogie und Zeitbild eines zerrissenen Amerikas schmälert dies allerdings kaum.

 


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